Angeregt durch die aktuellen Diskussionen zum Thema “Rauchen und Werbung” kam mir eine wirkliche interessante These aus meiner Marketing-Vorlesung in den Sinn: Er stellte damals die These auf, dass die höchsten Ausgaben für Marketing pro Quadratkilometer (km²) sehr wahrscheinlich durch Brauereien zu verzeichnen sind.

Begründung (sofern ich sie noch zusammen bekomme):


Die meisten Brauereien setzen ihr Bier in sehr lokal begrenzten Märkten ab. Dadurch beschränken sich diese Unternehmen in der regionalen Aussteuerung ihrer Marketing-Ausgaben. Hinzu kommen drei weitere Aspekte:
1. der hohe Konkurrenzdruck innerhalb der Branche,
2. der zurückgehende Konsum von Gerstensaft (substituiert durch Wasser, Säften und Schorlen)
3. der weiter aufrecht zu haltende Werbedruck durch alle Beteiligten über alle Medienkanäle hinweg.

Durch diese begrenzten Absatzmärkte erklären sich auch zurückhaltenden Aufwändungen im Internet (Websites, Kampagnen, Internet-Marketing). Gleichzeitig können und dadurch müssen die Hersteller der erfrischenden Biere mit den Internet-Seiten eigentlich sicherstellen, dass die Nutzer mindestens der konsumfähigebefähigte Alter erreicht haben. Web-Controllig sei dank. Weisen Sie dies mal einer TV- oder Print-Kampagne nach…
Außerdem machen sich Sponsoring und Brauerei-Feste eh besser bei den Lokalfürsten für die Lokal-PR. ;-)

Somit ist zu sagen: Schade neue digitale Welt. Im Moment fehlen noch Bier-Impulse im Netz.
Leider?

Kurzer Abstecher zum Wasser:
Andererseits ist auch das Produkt “Wasser” nicht so stark aktiv im Netz - obwohl keine Altersbeschränkung existiert. Die Wasserindustrie weist im Großen und Ganzen ähnliche Absatzstrukturen auf: unterschiedliche Quellengrößen, dominiert von einigen Global Playern (Nestlé, Coca Cola). Kleine Quellen suchen ihr Heil in “modernen” Wassern (Stichwort: Wellness & Co.). Online-Werbung gibt’s trotzdem nicht.

Warum?
Die Effizienz von digitaler Werbung ist bislang noch nicht ausreichend belegt. Digitale Werbung muss hier noch den adäquaten Platz im Marketing-Mix finden. Bier und Wasser sind scheinbar zu starke Lebensmittel-Kategorien mit Impuls-Charakter.

Dafür bleibt das Internet und Online-Marketing weiterhin gesund. Auch was schönes.

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