Ich glaubte meinen Augen nicht und brauchte einige Sekunden, um meine Luftnot zu besiegen! Becel hat nach dem TV-lastigen Cholesterin-Tagebuch von B.R. mit einem nächsten Flight eine weitere Episode aufgelegt. Die liebe B.R. wirkt leider diesmal irgendwie ausgelaugt und schlapp. Ich hoffe doch nicht von Becel pro aktiv. ![]()
Und diese rote Bluse mit der Ziehharmonika… Einen Hauch von Marianne & Michael verströmte der Spot allenthalben. Mal im Ernst: Wer hat diesen Spot(t) verbrochen? Ich hoffe, dass dieser nie auf einer Shortlist landet.
Ganz stolz verkündete B.R., dass ihr Cholesterinspiegel innerhalb der 3 Testwochen von 253 auf 210 gesunken ist. Natürlich nur und durch Becel pro aktiv. Das waren magische Momente. Oder lags doch am Tagebuch?
Becel rettete ihr Leben. Und weil’s gerade so schön schmalzig ist, öffnet B.R. der TV-Öffentlichkeit Ihren Kühlschrank. Dieser besteht nur aus Obst, Gemüse, ein wenig Käse und Marmelade - und natürlich dazwischen ausschließlich Becel-Produkte. Hallo? Liebste Werber, in welcher Fantasiewelt ist denn dieser Weichspüler Weichspülspot entstanden? Scheinbar schauen die kreativen Jungs zu selten mal in den Kühlschrank ihrer Kunden. Es ist ganz klar. Es fehlen die Süßigkeiten, der Senf gleich neben dem Wodka und dem Gleitgel.
Aber im Ernst: es ist ja möglich, dass Kunden auf solche Becel-Spots reinfallen. Aber insgesamt ist der genauso schal und einfallslos wie der erste Becel-Werbespot.
Allein die Markendehnung empfinde ich selbst jetzt noch zweifelhaft. Jedes Mal im Kühlregal des Supermarkts meines Vertrauens sehe ich einige Produkte der Reihe “Becel pro aktiv”. Aber leider kann ich mich nicht anfreunden. Es ist ja auch nicht böse von mir gemeint NEIN!, aber ich habe immer augenblicklich das Gefühl an einem Stück Butter zu lecken. Schon mal gemacht? Nein? Probiert es aus! Es ist ein unglaubliches Gefühl. Wer grad kein Stück Butter da hat, kann auch am Samtteppich lecken. Das sollte den ähnlichen Effekt bringen.
Und weil alles nichts nutzt, hier ein persönlicher Appell: Liebste B.R., ich kannte Sie zwar nicht vor dem Becel-Spot, jedoch glaube ich kaum, dass Sie mit diesen Einstellungen Vertrauen und Glaubwürdigkeit für die Marke Becel gewonnen haben. Ich finde, dass hier die Werber gründlich versagt haben. Sorry Kollegen. Die Idee und Aktion mag gut gemeint gewesen sein. Ich finde gesundheitsfördernde Aktionen mehr als unterstützenswert - jedoch sollte der Mix an Idee, Authentität und Botschaft richtig gewählt sein. Der Verbraucher ist mündig und hat mich Sicherheit nicht nur Becel im Kühlschrank - auch und trotz eines erhöhten Cholesterinspiegels. Sorry Becel, so ist das wahre Leben! Oder Frau R.? Schauen Sie doch einmal selbst in Ihren Kühlschrank. Gern veröffentliche ich ein Fotos Ihres Kühlschranks!
Übrigens, für einen Moment habe ich mich sogar gefreut: Ich habe eine Dose “Becel pro aktiv” im Kühlschrank meiner Eltern entdeckt. Werden die nun auch vom Cholesterinspiegel gerettet?
Und der war net so leer und Becel-lastig.
Urteil: nicht mehr nett gemeint wie bei Episode 1, sondern nur peinlich. Hier wird mit den Ängsten und dem Unbekannten der Verbraucher gespielt. Danke Frau R.
P.S.: Schicken Sie mir Ihre Fotos vom Kühlschrankinhalt zu. Wir zeigen der Becel-Welt das wahre Gesicht!
Hast Du dicke Freunde?
27 Juli 2007
Eine Studie (Framingham-Studie) aus Harvard hat mich heute zum Schmunzeln gebracht. Einfach gesagt: Wenn Du soziale Kontakte zu adipösen Menschen unterhältst, ist es wahrscheinlicher auch unter Adipositas zu leiden als durch genetische Veranlagung.
Klar ist mir, dass ein schönes Essen und die Übertragung ähnlicher Lebensstile zu solchen Ergebnissen führen kann. Aber die Studienergebnisse führen auch aus, dass es Cluster (Gruppierungen) jeweils unter dünnen und unter übergewichtigen gibt. Selbst Freundschaften über weite Entfernungen zeigten gleiche Ergebnisse.
Hier mal eine Übersicht zu den Clustern:

Quelle: Ärzteblatt
Aber die tollste Erkenntnis: Geschwister sind weniger ansteckend für das Körpergewicht. Adipöse Geschwister erhöhen das Risiko “nur” zu 40 %. Der Partner “nur” noch zu 37 %. Daraus kann man schließen, dass eine enge Freundschaft den Lebensstil mehr prägt als Ehe und Familie.
Da stellt sich mir doch gleich eine weitere Frage: Haben solche Netzwerke auch ähnliche Auswirkungen bei Trinkern? Sportsüchtigen? Spielsüchtigen?
Ich such mir mal nun neue Freunde. Ich bin mit meinen Freunden zufrieden!
Gelesen: Ärztezeitung
Link zur Framingham Heart Study
Link zur Ernährungsberatung des Nestlé Ernährungsstudio
Urteil: erschreckend
Neue Studie von Roland Berger zum Pharma-Marketing
26 Juli 2007
Roland Berger hat eine neue Studie zu den Marketing- und Vertriebsmodellen im Pharmamarkt in Europa vorgestellt, die mir auch vorliegt.
Dabei gab es weniger überraschende (Beratungs-)Ergebnnisse:
- das traditionelle Vermarktungsmodell gerät zunehmend unter Druck
- Pharmakonzerne müssen ihren Vertrieb neu strukturieren
- der Kunde rückt wieder stärker ins Zentrum des Geschäftsmodells (inkl. Ausbau des CRM-Marketings)
Aber auch überraschende Ergebnisse:
Im Gegensatz zu anderen Studien und Expertenmeinungen (und eigenen Erfahrungen), die den API (Allgemeinmediziner, Internist, Praktiker) in den Vordergrund schieben, behauptet die Roland Berger-Studie, dass die Relevanz abnehmen wird.
Im Gegensatz dazu sollte die Relevanz von anderen Gruppen (sog. Stakeholdern) für das Pharmamarketing und den Pharmavertrieb steigen. Dazu zählen u. a. Fachärzte. Ich persönlich denke, dass die Relevanz vom API beibehalten wird und die anderer Stakeholder - bis auf die Fachärzte - steigen wird.
Somit scheint es auch so, dass unsere Arbeit in der Firma doch nicht umsonst ist *g*
Urteil: sehr lesenswerte Studie mit interessanten Impulsen
Link: zur kostenlosen Bestellung
P.S.: Cocomore ist eDetailing-Anbieter
Regeln für Freier: Frei - Freier - Am Freisten
26 Juli 2007
Ich hatte die Karte schon in die Ablage “P” gelegt. Doch nach 3 Tagen geisterte das Mitbringsel vom CSD in Frankfurt doch wieder in meinem Kopf. Nicht weil mich der Inhalt interessiert (falsche Zielgruppe!), sondern weil ich die Art und Aufmachung ansprechen. Eine gelungene “POI”-Aktion (Point of Interest, angelehnt an POS - Point of Sale - was aber nicht ganz so passt
) von freiersein, die zum Nachdenken anhält.
So, hier also mein Fundstück:
Es handelt sich um eine Art Postkarte bzw. Flyer mit dem Wortspiel “Freiersein” und “FairPlay”. Hier wird noch die Idee von “Frei - Freier - Am Freisten” gelebt. Darauf wird erklärt, wie ein faires Verhältnis Ableisten zwischen Prostituierten und Freier aussehen sollte.
Die aufgeführten 10 Gebote sind einer holländischen Freiergruppe entlehnt. Hier nun meine Lieblingsstellen der Freier-Gebote:
5. Gummi oder Gummi - Du hast die Wahl. Schwarz, grün, blau, gerippt oder genoppt - ganz egal. Nur ohne ist völlig daneben.
7. Geschäft ist Geschäft. Und das hat mit Liebe nichts zu tun - auch wenn es noch so schön war. Bleib cool und auf dem Teppich.
8. Leistungsdruck braucht kein Mann. [...] Entspann Dich oder versuchs bei ner anderen Adresse.
und mein totaler Favorit:
9. Hier gibt’s keine Geld-zurück-Garantie. Wenn du unzufrieden bist, sprich es an. Sei clever und bleib gelassen. Verlange auf keinen Fall Dein Geld zurück.

Die vollständigen Ausführungen gibt es ausführlich und in deutsch, spanisch und englisch unter Freiersein.
Urteil: Coole Aktion, die in Erinnerung bleibt. Die Karte kriegt nen Sonderplatz.
Übrigens, irgendwie passt das ja nicht gerade auf den CSD oder? Obwohl, es gibt auch Escort-Services… oder? Weiss das jemand?
CSD Frankfurt: AIDS-Hilfe mit Vibrator?
22 Juli 2007
Heute mal ein Eintrag OT, wobei so Off Topic ist er gar nicht …
Vom 20. bis 22. Juli findet fand der Christopher Street Day 2007 (CSD) in Frankfurt statt. In Frankfurt hat der 15. CSD inzwischen eine nicht unerhebliche Größe erreicht und durchzieht quasi die Stadt, mit Schwerpunkt Konsti.
Neben allerlei Bier- und Äpplerwagen boten auch diverse Begleitstände ihre Informationen an. Witzige und gute Aktionen werden natürlich mit Aufmerksamkeit belohnt: Gern habe ich dabei die AIDS-Hilfe durch den Kauf von Losen der Tombola unterstützt. Die Meinung hatte nicht nur ich. Entsprechend groß war der Andrang. Meine Gewinnquote lag bei 100 % (1 Trost- und 1 richtiger Preis) - es gab aber übrigens auch Nieten; in unserer Gruppe war die Gewinnquote insgesamt 50 %. Mit dem Trostpreis kann ich etwas anfangen: ein universell einsetzbarer Schöpflöffel. Mit dem “richtigen” Preis kann ich persönlich leider weniger anfangen. Er stammt aus einem Erotikgeschäft für Frauen: ein gelber, flauschiger Vibrator (nehme ich an).
Hier das Foto; mit Rücksicht auf die Öffentlichkeit des Blogs habe ich entsprechende Geschlechtsteile geschwärzt :-):

Es schaut zwar lieb. Aber so gelb und unschuldig ist das Ding bestimmt nicht!
Das witzige dabei ist auch noch, dass keine Bedienungsanleitung die Bedienungsanleitung in Form eines Satzes auf der Packung (lesbar auf dem Foto) mitgeliefert wurde…
Trotzdem hatten wir unseren Spaß, denn der Tombola-Stand hatte keine Tüten und somit bin ich stolz mit diesem Paket gelaufen. Insgesamt muss man sagen, dass sich die AIDS-Hilfe Frankfurt so eine gute Position verschafft.
Urteil: Tolle Aktion - Spaß, Abwechslung und Aufmerksamkeit garantiert. AIDS-Hilfe mit Vibrator ist so möglich. ![]()
Ja so kann doch die nicht so ernste Produktwerbung auch Spass machen. Im täglichen Leben begegne ich ausreichend Leuten, denen ich ein tolles Video zeigen würde…
Dieser Spot ist typisch amerikanisch aufgebaut: Ein Experte im Kittel, wohl der Entwicklungs-Chef spricht über Probleme und die ultimative Lösung aus seinem Haus.
In dem Video wird gezeigt, wie sich ein tolles Arschgeweih bzw. Tattoo in der Zukunft aussieht und wie man sich es einfach entfernen lässt. Einfach traumhaft!
Ich schlage zudem vor, dass dieses Video in jedem Studio als Pflichtprogramm eingeführt wird. Natürlich sollte der Studiobesitzer 30 % Provision beim Verkauf der Ware erhalten!
Urteil: genial!
Meine Becel Cholesterin Aktion
20 Juli 2007
Seit einigen Tagen läuft auf allen großen TV-Kanälen eine nette blonde Schauspielerin, die ich zuvor nur vom Namen kannte. Nennen wir sie einmal B.R. Sie berichtete von Ihrem Cholesterin-Problem und wie sie das Publikum einlud, an ihrem Leben teilzunehmen. Ich war im ersten Moment begeistert, zumal ich mich auch für meine liebsten Blutwerte interessiere. Man weiß ja nie, was in einem ist. Außerdem kann ich ja mal 3 Wochen eine für mich bis dato unbekannte Frau online verfolgen. Ist das Google Stalking 2.0? Nein, ich denke nicht.
Schwups, auf der Website angekommen, lächelt mich eine Küche voll von Becel-Produkten an. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, einen magenschonenden Drink wie Actimel bzw. Nestlé LC1 zu nehmen, der nach einer Magarine benannt ist (sorry, aber die Markendehnung überzeugt mich nicht). Egal. Frau B.R. mag das und das ist auch gut so. Sie darf sich neben frischem Obst und Gemüse mit dem Becel Kochbuch hinstellen und eine Küche voll Becel Produkte haben. Glaubhaft ist anders.
Als neugieriger Nutzer bin ich natürlich gespannt, was das Tagebuch für Einblicke schenkt. Und siehe da: Die innersten Geheimnisse sind Spazieren gehen, Drehbuch lesen und natürlich - die Medienwelt ist ja sooo anders als sie selbst. Leider ist die Nutzerführung nicht wirklich praktikabel, denn Blättern kann man die tollen, vom Grafiker verschönerten Bilder nicht. Schade Frau B.R., aber ich kann nicht so schöne Hunde zeichnen!
Zum Mitmachen kann ich mich nicht wirklich motivieren. 555 Edelstahl-ButterMagarinedosen locken mich nicht wirklich hevor. Warum auch. Mir erschließt sich bzw. es überzeugt mich nicht ganz der Grund und die Idee. Sorry, Frau B.R.
Eine Ehrenrettnug sei mir aber vergönnt: Das Design wirkt ansprechend (Design, nicht Nutzerführung). Dabei habe ich bereits einige Ernährungsseiten gesehen. Die eigenen Websites - Nestlé Ernährungsstudio - gefallen mir genauso wie “fremde” Sites, z. B. Foodplaner.
Und hier der Link zur 3 Wochen Becel pro activ Cholesterin Aktion.
Urteil: nett gemeint.
P.S.: Die Suchmaschinenoptimierung ist nicht wirklich optimal, Becel hat Duplicate Content mit unterschiedlichen URLs. Sorry, Frau B.R. aber dafür können selbst sie nichts.
Beweisfotos:

FRUBETTO - in eigener Sache
19 Juli 2007
In eigener Sache: So, es ist vollbracht. FRUBETTO - eine Eismarke der Nestlé Schöller ist ab sofort im Netz. Zu finden sind neben Produktinformationen, Rezepten (Nachmachen ist zu empfehlen! ;-), Ernährungstipps sowie digitale Schmankerl wie Bildschirmhintergründe …
Also es lohnt sich!
Link: FRUBETTO
Zum Nestlé Ernährungsstudio - dem Portal für ausgewogene Ernährung